Wer war Lorenzo I. de´ Medici, der Prächtige?

Lorenzo (*1449/°1492), Sohn Pieros de´ Medici (*1416/°1469) und Enkel Cosimos de´ Medici, des Älteren (*1389/°1464), übernahm nach dem Tod des Vaters die Leitung der Medici-„Holding“ – eine Entscheidung zwischen der ausschließlichen Beschäftigung mit den schönen Künsten und der Verantwortung für die Erhaltung des Familienvermögens.

 

Erste Schritte

Zwar taktisch durchaus ausgebufft und mit 17/18 Jahren in Rom von seinem Onkel (-> Bruder seiner Mutter Lucrezia, Leiter der römischen Bankfiliale und Schatzmeister des Heiligen Stuhls) Giovanni Tornabuoni vorbereitend in die Geheimnisse des Finanzwesens eingeführt, entwickelte Lorenzo für das Handels- und Bankgeschäft nicht wirklich das glückliche Händchen seines Großvater oder Vaters.

 

Ein Oligarch an der Macht

Der in den Annalen als mit nicht gerade anziehendem Äußeren, dafür aber mit gediegener Bildung, Humor, Herzlich-, Fröhlich- und Trinkfreudigkeit geschilderte Lorenzo, strebte dagegen mehr den Aufstieg in den Adelstand an (was allerdings erst vierzig Jahre später, 1532, Alessandro de´ Medici auf Betreiben des Medici-Papstes Clemens VII. >*1478/°1534< gelang), regierte aufgrund seiner auf das Medici-Vermögen aufbauenden Macht uneingeschränkt den Stadtstaat Florenz und bestimmte die Außenpolitik.

 

Förderer von Kunst und Wissenschaft

Andererseits schrieb er Gedichte, veranstaltete – wie man heute sagen würde – sowohl spaßige als auch feierliche Events, war generös, förderte unter anderen

  • Sandro Botticelli (1445/1510),
  • Leonardo da Vinci (1452/1519) sowie
  • Michelangelo (1475/1564),

brachte Florenz zur „Blüte“ der Renaissance und wurde schon zu Lebzeiten mit dem Prädikat „il Magnifico“ (-> der „Prächtige“) bedacht.

 

Der Anfang vom Ende

Die pekuniäre Situation des Unternehmens verlief allerdings ungünstig für den Medici-Clan. Schlechtes Management, unkluge Geschäfts- und Personalpolitik sowie Lorenzos großzügiger Umgang mit dem Vermögen, ließen den Niedergang des Clans an Fahrt gewinnen.
Zwei Jahre nach seinem Tod 1492 musste das Bankhaus schließen. Die Familie wurde 1494 (zum ersten Mal) aus Florenz vertrieben.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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