Warum wird Katharina de’ Medici mit der Bartholomäusnacht in Verbindung gebracht?

Katharina/Catherina de’ Medici (*1519/°1589) gilt in der historischen Betrachtung als berühmt-berüchtigt, weil sie – wie noch heute in Geschichtsbüchern nachzulesen ist – für den ungeheuerlichen Massenmord (man spricht, je nach Quelle, von 1000, 2000 oder sogar von 3000 Gemetzelten in Paris und mehreren Tausenden im Land) an den protestantischen Hugenotten im August 1572 verantwortlich gewesen sein soll.
Das Massaker wird mit den Begriffen „Bartholomäusnacht“ oder auch „Pariser Bluthochzeit“ benannt.

 

Ein Apostel, eine Hochzeit und ein Attentat

Die Bezeichnung „Bartholomäusnacht“ geht vermutlich auf einen der Jünger Jesu namens Bartholomäus zurück, dessen Namenstag – ebenso wie der Beginn dieser Mordnacht – auf den 24. August datiert wird.

Und die schauerliche Wortschöpfung „Pariser Bluthochzeit“ hat mit der um dieses Datum herum angesetzten Hochzeit Margarethes, einer Tochter Katharinas, mit dem Hugenotten Heinrich von Navarra (*1553/°1610 – ab 1594 König Heinrich IV. von Frankreich) zu tun.

Die Trauung kam zustande. Drei Tage wurde gefeiert.
Dann löste ein Attentat auf einen hugenottischen Heerführer das zum Himmel schreiende Blutbad aus.

 

Befehl ist Befehl ...!

Den Befehl dazu soll Katherinas Sohn König Karl IX. (*1550/°1574) auf Betreiben seiner Mutter gegeben haben – was dem jungen Mann allerdings die verbliebenen zwei Jahre nicht zur reinen Freude gereicht haben muss.
Er wurde depressiv und verstarb im Mai 1574.
Vermutlich an Tuberkulose.
Er wurde dreiundzwanzig Jahre alt.

 

Gestörte Ruhe

Katharina de’ Medici dagegen soll sich in der Folge um ein friedliches Miteinander der konfessionellen Parteien sowie um einen Schulterschluss mit Spanien bemüht haben. Immerhin!
Sie verstarb im Januar 1589 im Schloss von Blois an der Loire und fand ihre (vorerst) letzte Ruhestätte in der Kathedrale/Basilika Saint-Denis nahe Paris.
Während der Französischen Revolution (1789 bis etwa 1799) wurde das Grab allerdings von marodierenden Banausen rücksichtslos zerstört.
Heute befinden sich die – ihr nicht mehr direkt zuzuordnenden – sterblichen Überreste in einem so genannten Beinhaus der besagten Kathedrale.

 

PS

„Die Bartholomäusnacht“ gibt’s – das weiß natürlich jeder interessierte Cineast – als Film aus dem Jahr 1994 unter der  Regie von Patrice Chéreau.
Isabelle Adjani spielt Margarethe/Margot und Virna Lisi gibt Katharina de’ Medici ein Gesicht …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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