Warum wird Johannes Calvin auch „Vater des Kapitalismus“ genannt?

Weil in der Vergangenheit (vermutlich auch noch heute) von den „Jüngern“ Calvins (*1509/°1564) häufig ein Vergleich zwischen den Ländern, in denen der Calvinismus Fuß gefasst hat (-> u.a. in der Schweiz, Frankreich, Ungarn, Schottland, den USA, den Niederlanden und in einigen Teilen Deutschlands) und deren späterer „Industriellen Revolution“ und wirtschaftlicher Prosperität gezogen wurde/wird.

 

Abzuleiten ist diese Auffassung möglicherweise auch von der Tatsache, dass Calvins Lehre nicht nur von strikter Kirchgangspflicht, kompromissloser Bescheidenheit, Tugendhaftigkeit, Sittenstrenge und äußerlich überschaubarer Gottesdienste ohne jeglichen Schnickschnack, sondern ebenso von Tugenden wie Sparsamkeit und konsequenter Arbeitsdisziplin, einhergehend mit einem ausgeprägten Gewinnstreben, geprägt ist.

Ob Calvin nun zu Recht oder Unrecht als „Vater des Kapitalismus“ bezeichnet wird, sei dahingestellt.
Es besteht noch (wissenschaftlicher) Klärungsbedarf ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige