Wie wurde Otto I. zum „Großen“?

Zum "Großen" wurde Otto I. durch Papst Johannes XII. (*etwa 938 bis °964).

 

Der Papst hatte Otto im Herbst 960 zur Hilfe gerufen. Und zwar, um gegen König Berengar II. von Italien (das ist der, der Adelheid von Burgund in Como eingesperrt hatte) und einige andere Querulanten vorzugehen. Also zog Otto 961 ein zweites Mal über die Alpen, erreichte im Januar 962 Rom und blieb dort bis 965.

Dank für geleistete Hilfe

Zum Dank und als Gegenleistung für Ottos erfolgreiche Unterstützung, Berengar und seine Mitverschwörer hatten sich – mehr oder weniger – kampflos zurückgezogen, krönte ihn Papst Johannes XII. im Februar 962 zum römischen Kaiser. Und die Gattin Adelheit gleich mit zur Kaiserin.

Titel für die Geschichtsbücher

Otto war nun „Otto magnus dei gratia imperator Augustus“, gilt seitdem als Gründer des „Heiligen Römischen Reiches“ und trug fortan den Namenszusatz: „Der Große“!

Nachsatz

Als Papst Johannes XII. wenig später seine Zusage, der Kaiser hätte ein Mitspracherecht ("Ottonianum") bei Papstwahlen, zurückzog, setzte Otto – möglicherweise nicht von allen Kirchenfürsten legitimiert – 963 auf der Synode zu Rom unverzüglich mit Leo VIII. (*??/°965) einen Gegenpapst ein.

Allerdings war Leo, der während seiner Amtszeit kurzzeitig (im Mai/Juni 964) noch durch den etwa 965 verstorbenen Papst Benedikt V. ersetzt wurde, lediglich für gute fünfzehn Monate Papst, dann verstarb auch er. Beider Nachfolger war Papst Johannes XIII. (Papst von Oktober 965 bis 972).

Und was wurde aus dem korrupten, spielsüchtigen und lasterhaften Papst Johannes XII.?

Der soll 964 (angeblich) während des Beischlafs vom "gehörnten" Ehemann der beteiligten Dame erschlagen worden sein. Nun, ja ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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