Wie kam es zur Heirat Ottos II. mit der Griechin Theophano?

Das ist eine längere Geschichte. Und Otto II. (*955/°983) selbst hat dazu nicht viel beigetragen.

Sein Vater war´s, der die Sache eingefädelt hat.

Und das kam so:

Otto I. der Große (*912/°973) lag in Süditalien mit den Byzantinern im Clinch. Wie so oft, handelte es sich dabei um unterschiedlich betrachtete territoriale Ansprüche.

Der Plan

Irgendwann während des Jahres 967 muss Otto I. die Idee gekommen sein – statt sich unnötigerweise die Köpfe einzuschlagen – eine Verbindung mit Byzanz durch Heirat seines Sohnes Otto II. mit einer byzantinischen Prinzessin zu suchen.

Die Forderung

Doch dieser Gedanke stieß auf wenig Begeisterung seitens des amtierenden byzantinischen Kaisers Nikephoros II. Phokas (*912/°969) – es sei denn, Otto I. würde ihm Rom und Ravenna überlassen.

Gegenmaßnahmen

Dieses Ansinnen empfand nun wiederum Otto I. schlicht als unverschämte Zumutung. Kurzerhand ließ er Apulien und Kalabrien besetzten.

Kungeleien

Dann wurde 969 Nikephoros II. Phokas ermordet.

Ein glücklicher Umstand für Otto I., hatte doch der Nachfolger Johannes I. Tzimiskes (*924/°976) ein offeneres Ohr für ihn. Beide klärten ihre gegenseitigen Gebietsansprüche in Süditalien, und die Fusion beider Seiten wurde möglich.

Kurzfristig überschattet wurde das Agreement allerdings noch durch die Tatsache, dass der schlitzohrige Tzimiskes nicht die Tochter (Anna) des verstorbenen Kaisers Romanos II. (*938/°963) an Ottos Hof schickte, sondern seine nicht „Purpur geborene“ Nichte Theophano, die griechischer Herkunft war.

Braut zweiter Wahl – aber dennoch

Nach kurzem Nachdenken entschloss Otto I. sich dennoch, Theophano zu akzeptieren. Er betrachtete die Situation einfach als „de facto“ Anerkennung (d.h. „nur aufgrund bestehender Tatsachen“) seines Kaisertums.

Endlich konnte geheiratet werden.

Die Zeremonie, die mit der Krönung der etwa dreizehnjährigen Theophanos in Rom durch Papst Johannes XIII. (Papst von 965 bis 972) einherging, fand 972 am Sonntag nach Ostern statt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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