Wer war Wenzel von Böhmen?

Wenzel von Böhmen (*etwa 908 bis °929/935?) war Herzog und Heiliger zugleich.

 

Allerdings fast alles, was über ihn bekannt ist, stammt zum einen aus der Vielfalt von Legenden, die sich um ihn gebildet haben sowie zum anderen aus der Hinterlassenschaft des Geschichtsschreibers Widukind von Corvey.

Woher kam Wenzel, wann wurde er tätig, was trieb ihn um

Wenzel stammte demnach aus einem böhmischen Fürstengeschlecht aus der Gegend um Prag herum, den Premysliden.

Mit Dreizehn oder Vierzehn, also etwa um 921/922 wurde er zum Fürsten erhoben. Drei, vier Jahre später übernahm er dann die Herrschaft in Eigenregie. Vehement setzte er sich für die

  • Christianisierung seines Herrschaftsbereiches und gegen den vorherrschenden heidnischen Glauben ein,
  • holte Mönche ins Land,
  • kümmerte sich um Verwaltungsfragen und hatte durchaus die Einsicht,
  • dass eine gut gerüstete und bestens durchorganisierte Kampftruppe Sinn macht.

Vom Herzog zum nationalen Schutzpatron

Um Wenzel – der je nach Quelle, Chronik oder Legende entweder im September 929 oder 935 (die Wissenschaft rätselt noch) nach nur vergleichsweise wenigen Jahren Regentschaft von seinem Bruder Boleslav ermordet wurde – soll, nimmt man die Legenden für bare Münze, nach seinem Tod geradezu ein Kult entstanden sein.

Wie auch immer! An dem Mann scheint letztlich doch was dran gewesen zu sein.

Denn, beigesetzt in der Wenzelskapelle des Veitsdomes in Prag und bereits um 970 zum "Heiligen Wenzel" erklärt, avancierte er im Laufe der Zeit zum Schutzheiligen Böhmens (heute: Tschechiens).

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der ehemalige Ross- bzw. Pferdemarkt in Prag in Wenzelsplatz umbenannt und ab Anfang des 20. Jahrhunderts mit einer Reiterstatue des tschechischen Schutzpatrons "gekrönt".

Autor: Manfred Zorn

 

 

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