Wie hat Agnes von Poitou die Vormundschaft Heinrichs IV. wahrgenommen?

In der Geschichtsforschung heißt es: Widersprüchlich!
Die einen halten Agnes für unsicher, ängstlich, frömmlerisch und einer verantwortungsvollen Regentschaft nicht gewachsen, die anderen respektieren sie als ausgleichend, friedenssichernd und politisch akzeptiert.

Wie auch immer!
Fakt scheint zu sein, dass ihr bei der Vergabe von Herzogtümern an eine Reihe Adeliger schwerwiegende Fehler unterlaufen sind, die sich allerdings erst nachträglich als Lapsus erweisen sollten.

So entpuppten sich später während der Regierungszeit Heinrichs IV. (*1050/°1106)

  • Rudolf von Rheinfelden (der Herzog von Schwaben wurde),
  • Otto von Northheim (der das gleiche Amt in Bayern erhielt) und
  • Berthold von Zähringen (der sich über den Zuschlag Kärntens freuen durfte)

als Heinrichs schärfste Gegner.

Zum anderen hinterließ Agnes mit diesem Vorgehen ihrem Sohn – und damit dem salischen Herrschaftshaus – nicht ein einziges Herzogtum.
Einer bis dahin für das Wirken der Salier notwendigen Machtstruktur war damit letztlich eine tragfähige Basis entzogen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige