Wer war eigentlich Markward von Annweiler?

Markward von Annweiler (*etwa um 1140/°1202) begann seine Karriere als Protegé Kaiser Friedrichs I. Barbarossa. An dessen Hof gehörte Markward zu den einflussreichsten „Ministerialen“. Das waren qualifizierte und ausgebuffte „Dienstleute“ aus unfreiem (niederem) Adel, die von Königen/Kaisern, hohen Kirchenleuten, Fürsten u.a.m. mit den unterschiedlichsten Verwaltungsaufgaben betraut wurden.

Karrieresprünge

Nach Barbarossas Tod, Markward war inzwischen Reichstruchsess, stand er weiterhin loyal zu den Staufern, und erwarb sich bald den Ruf eines tapferen, tüchtigen und kompromisslosen Haudraufs. Von Heinrich VI. (-> Sohn Barbarossas) wurde er, wegen seiner außerordentlichen Leistungen und Verlässlichkeit, zum Herzog der Romagna und Ravenna, zum Markgrafen von Ancona, Grafen der Abruzzen und schließlich sogar zu Heinrichs Testamentsvollstrecker erhoben.

Markwards Griff nach Sizilien

Dann starb Heinrich plötzlich und unerwartet, wahrscheinlich an Malaria, im September 1197. Markward unterstützte nun zunächst Heinrichs Gattin Konstanze, wurde aber bald darauf – Konstanze hatte Sizilien vom Papst als Lehen zugesprochen bekommen – von Heinrichs Witwe in die Wüste, sprich von der Insel, geschickt. Markward, nicht lange zögerlich, schloss sich der Entourage König Philipps von Schwaben an, zog mit seinem Tross marodierend durch das Land, eroberte schließlich 1201 Palermo, ignorierte Friedrich II. von Hohenstaufen, starb 1202 und ging - als kurzzeitiger Regent des Königreichs Sizilien - in die Geschichte ein.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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