Friedrich II. und die Päpste – konnten die miteinander?

Nein, denn im Grunde genommen, war Friedrichs II. Verhältnis zu den Päpsten – und er hat einige erlebt (-> Innozenz III., Honorius III., Gregor IX., für gute siebzehn/achtzehn Tage Coelestin IV., Innozenz IV.) – von kurzen zwischenzeitigen Ausnahmen abgesehen, nie richtig gut. Fast zeitlebens stritt er sich – wie bereits seine Vorgänger während des Mittelalters – mit den Päpsten über die weltliche, als auch geistliche Vorherrschaft auf Erden.

 

Von Gott höchstselbst beauftragt

Beide Parteien nahmen für sich in Anspruch, den Auftrag dafür direkt von Gott – sozusagen „persönlich“ – erhalten zu haben. Im Hinblick darauf wurde jede Gelegenheit wahrgenommen, dem anderen zu zeigen, wer der Herr im Hause ist. Mit wechselnden Verbündeten trachteten sie danach, ihre für rechtens gehaltenen Interessen mit gegenseitigen Nadelstichen und offener Gegnerschaft durchzusetzen – eine zwischenzeitige „Verbrüderung“ war dabei allerdings keineswegs ausgeschlossen, wenn die politische Lage es erforderte.

 

Zankäpfel und Ängste

Bei diesen „heute so, morgen so“ politischen Lagen, ging es im Wesentlichen um die Zuständigkeiten im Königreich Sizilien, um die (von den Päpsten unterstellte) Verweigerung Friedrichs das „Kreuz zu nehmen“, um den ständigen Zankapfel Lombardei (-> „Lombardenbund“, der seine Eigenständigkeit wetterwendisch mal mit dem Papst, mal mit dem Kaiser zu verteidigen suchte) sowie – mit allem zusammenhängend – der Angst und Sorge der Päpste, das deutsche Kaiser-, das italienische König- und, last but not least, das sizilianische Königreich könnten zu einer Umzingelung, und damit zu einer elementaren Gefahr für den Kirchenstaat führen.

 

Gegen den "Lombardenbund"

Richtig heftig wurden die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Kontrahenten ab September 1237, als Friedrich II. beschloss, mit seiner Streitmacht (-> es soll sich dabei um zweitausend Ritter, eine erkleckliche Anzahl Krieger aus der Toskana und dem Königreich Sizilien sowie siebentausend Sarazenen mit Pfeil und Bogen gehandelt haben) gegen den „Lombardenbund“ vorzugehen. Ein Unterfangen, das umschichtig mal der einen, mal der anderen Seite Siege und Niederlagen bescherte.

 

In inniger Feindschaft verbunden

Im Grunde genommen, bestanden die weiteren gut dreizehn Jahre bis zu Friedrichs Tod aus einer endlosen Aneinanderreihung von Schlachten, Belagerungen, Scharmützeln und gegenseitiger propagandistischer Anwürfe. Dreimal (-> 1227 und 1239 von Papst Gregor IX./ 1245 von Papst Innozenz IV.) wurde Friedrich II. exkommuniziert sowie einmal, ebenfalls 1245 auf dem Konzil von Lyon, als Kaiser „abgesetzt“. Die verbalen Attacken gipfelten wechselseitig in Beschimpfungen als Antichrist, Ketzer, größter Betrüger des Erdkreises und anderen Nettigkeiten dieser Art mehr.

 

Epilog

Als dann schließlich Ludwig IX. von Frankreich (*1214/°1270) dem Papst ins Gewissen redete, endlich das Kriegsbeil zu begraben, war es zu spät. Friedrich II. wurde krank (-> Typhus oder Darminfektion?!), regelte seine Nachfolge, verstarb am 13. Dezember 1250 und wurde im Dom von Palermo beigesetzt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

 

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