Wie gestaltete Heinrich VI. die „feindliche“ Übernahme Siziliens?

Brutal, maßlos, unersättlich und gewissenlos. Heinrich ließ ein vorgetäuschtes Komplott gegen ihn initiieren, auf Grund dessen er die normannischen Adeligen erst einsperren, dann hinrichten ließ. Die freigewordenen Schlüsselpositionen besetzte er mit kaisertreuen, also ihm ergebenen, Gefolgsleuten, setzte seine Gattin Konstanze als zukünftige Regentin Siziliens ein, stahl die Grabbeigaben Tankreds von Lecce und deportierte dessen Familie samt Anhängern, einschließlich des überaus reichhaltigen normannischen Kronschatzes, nach Deutschland.

Der Gipfel der Perfidie aber war – sollte es tatsächlich so gewesen sein – Heinrichs Zulassen der Entmannung und Blendung des erst siebenjährigen Wilhelm (-> Sohn Tankreds von Lecce). Dass Heinrich, entgegen seines Versprechens, die Genueser und Pisaner, ohne deren Hilfe die Einnahme Siziliens wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen wäre, im Regen stehen ließ, das heißt den Anteil an der Beute verweigerte, gereicht Heinrich VI. zwar auch nicht zur Ehre, ist aber im Vergleich zu der Verstümmelung eines Siebenjährigen zu vernachlässigen.

Jedenfalls, Heinrich VI. hatte jetzt – zu recht – eine noch „schlechtere Presse“ im Land. Es wird gesagt, dass Troubadore (-> mittelalterliche Dichter, Sänger) anlässlich ihrer Darbietungen an den Höfen, wenig schmeichelhafte Lieder über den ruchlosen Heinrich gesungen haben sollen. Finden Sie nicht auch, dass das durchaus zu verstehen ist …? 

 

 

Verwandte Beiträge

 

 

                   

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige