Was ist unter „Sizilianischer Vesper“ zu verstehen?

Der Begriff „Sizilianische Vesper“ bezeichnet den Ostern 1282 stattgefundenen Aufstand der sizilianischen Bevölkerung gegen den zwar 1266 von Papst Clemens IV. (*um 1200/°1268) zum "König von Sizilien" erhobenen, aber in weiten Kreisen letztlich unbeliebten Franzosen Karl I. von Anjou (*etwa 1226/°1285) und dessen Anhänger.

Erst kam die Wut, dann das Gemetzel

Die aufgestaute Wut der Sizilianer entlud sich – plötzlich, unerwartet und mit äußerster Härte – am Ostermontag zur Zeit der mittäglichen Vespermesse in Palermo, verbreitete sich in Windeseile über die ganze Insel, zog ein grauenvolles Gemetzel unter den Franzosen nach sich, und endete mit der Vertreibung Karls I. von Anjou.

Was mit den Protaginsten nach dem Massaker der "Sizilianischen Vesper" geschah

Karl hielt sich danach für die letzten drei Jahre seines Lebens, auf dem zum Königreich Sizilien gehörenden süditalienischen Festland (Apulien und Kalabrien) auf und begründete dort das Königreich Neapel. Die Insel  Sizilien wurde von Peter III. aus dem Hause Aragón (*1240/°1285) okkupiert. So richtig viel beschicken konnten beide allerdings nicht mehr.

Karl I. von Anjou verstarb im Januar 1285, Peter III. von Aragón, zuvor noch von Papst Martin IV. (*1210/°1285) mit dem Bann belegt, im November des gleichen Jahres.

Das bereits im März d. J. auch Papst Martin IV. verstorben war, kann eventuell zu denken geben, muss es aber nicht …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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