Wer oder was waren die Sassaniden?

Nun, nachdem der renitente Partherfürst Ardaschir I. dem letzten maßgeblichen Vertreter der Parther, dem Arsakiden Artabanos IV., den Garaus gemacht hatte, gründete er 224 n. Chr. das bis etwa 651 bestehende „Neupersische“ bzw. „zweite persische“ Großreich der so genannten Sassaniden. Selbstverständlich setzte er sich - was auch sonst - unverzüglich selbst an die  Spitze seines fortan zentral verwalteten Staates.

Den Namen der von ihm ins Leben gerufenen Dynastie soll er, so heißt es, einer mehr oder weniger mythischen Figur namens Sassan entlehnt haben, über die aber im Grunde genommen nichts weiter Aufregendes bekannt ist.

Mit der Eroberung des vormals parthischen Mesopotamien sowie des einen oder anderen Vorstoßes in diverse andere fremde Regionen festigte Ardaschir I. zwar seinen Herrschaftsanspruch, geriet aber gleichzeitig in Konflikt mit den Römern (Oströmisches Reich/Byzanz/Konstantinopel), die über sein Tun naturgemäß „not amused“ waren - was aber weder Ardaschir noch seinen Sohn Schapur I., der 241 die Nachfolge des verstorbenen Vaters antrat, sonderlich beeindruckt zu haben scheint.

Schapur I. war es dann auch, der den Römern unter anderem

  • Armenien abtrotzte,
  • nach zwei syrischen Kriegen schließlich Antiochia eroberte und
  • letztlich 260 n. Chr. in der Schlacht bei Edessa den Römern zwar eine vernichtende Niederlage beibrachte,

sich anschließend allerdings - auf dem Rückweg - den mit den Römern verbündeten Palmyrern geschlagen geben musste.

Sei´s drum - Vater Ardaschir I. und sein Sohn hatten jedenfalls - nach Schapurs I. Dahinscheiden 270 n. Chr. - das Reich der Sassanidendynastie für weitere dreihunderteinundachtzig Jahre erfolgreich festgeklopft ...

 

PS

  • Antiochia: s. Z. antikes Syrien, heute Antakya/Türkei
  • Edessa: s. Z. Mesopotamien, heute Sanliurfa/Türkei
  • Palmyrer: Bewohner der antiken Oasenstadt Palmyra in der Mitte Syriens  

Autor: Manfred Zorn

 

 

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