Wann spricht man eigentlich von einem „Antiken-“ und wann vom „Neupersischen“ Großreich?

Trotz, oder gerade wegen der im Detail nur bruchstückhaft vorliegenden Überlieferungen aus eigener persischer Feder und somit überwiegend auf Quellen anderer Völker zurückgreifend, wird das Perserreich geschichtswissenschaftlich in zwei Abschnitten dargestellt.

Lässt man die erste Erwähnung eines persischen Volkes - etwa von der Mitte des 9. bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. - mit dessen Eindringen in Assyrien, der (wahrscheinlichen!?) Namensgebung der Perser/Persiens nach der Region Persis/Parsa und einer Handvoll Herrscher an dieser Stelle durch den Rost fallen, dann beginnt die Geschichte des so genannten

„altpersischen Reiches“

  • mit der von Kyros II. um 559 v. Chr. gegründeten Dynastie der Achämeniden, die bis 330 v. Chr. Bestand hatte.

Es folgten, beginnend mit den Nachfolgestreitigkeiten (Diadochenkriegen) um das Erbe Alexander des Großen (*356/°323 v. Chr.),

  • das nach dem babylonischen Satrapen (Statthalter) Seleukus I. benannte Reich der Seleukiden (etwa von 322 bis 129 v. Chr.) sowie das
  • vom skythischen Nomadenführer Arsakes I. gegründete Partherreich der Arsakiden, das etwa von 240 v. Chr. bis 224 n. Chr. andauerte.

Dann, und so kann´s gehen, machte der renitente Partherfürst Ardaschir I. dem letzten maßgeblichen Vertreter der Parther, dem Arsakiden Artabanos IV., den Garaus, und gründete kurzerhand das von 224 bis etwa 651 n. Chr. bestehende

„Neupersische“ bzw. „zweite persische“ Großreich

der so genannten Sassaniden.

Den Namen der von Ardaschir I. ins Leben gerufenen Dynastie soll er, so heißt es, einer mehr oder weniger mythischen Figur namens Sassan entlehnt haben, über die in den Quellen allerdings nicht wirklich viel berichtet wird.

PS:

  • Perser/Persien: Persis/Parsa (heute: Fars, im Südwesten des Iran),
  • Parther: vermutlich nach der antiken Landschaft Pathien im Norden des heutigen Iran benannt

Autor: Manfred Zorn

 

 

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