Welche, und wenn ja, wie viele persische Dynastien gab es eigentlich?

Etwa 42! In der langen und wechselhaften persisch-/iranischen Geschichte gaben sich - sage und schreibe - mindestens 42 Dynastien, einem Staffellauf gleich, den Stab weiter. Die einen waren sehr erfolgreich, andere weniger und einige der Dynastien übten ihren Einfluss nur vorübergehend aus. Zwischendurch gab´s natürlich auch mal Niederlagen. Das verschaffte den Beteiligten Verschnaufpausen – sozusagen Interimszeiten zwischen zwei Kriegen, in denen erneut überlegt werden konnte, wie territoriale Machterweiterung fortgesetzt und der Machterhalt gesichert werden konnte.

Aber, wie hießen sie denn nun, die wichtigsten Dynastien die das persisch-iranische Reich maßgeblich gestaltet haben? Und, muss man die wirklich alle kennen?
Egal! Los geht´s (die Jahresangaben sind als „etwa“ zu verstehen):

 

Ursprünge

  • erste Kulturen etwa ab 7000 v. Chr.
  • Elamiter (3450 bis 3100 v. Chr.)
  • Einwanderung indoeuropäischer Volksstämme (2100 bis 600 v. Chr.)
  • Meder (715 bis 550 v. Chr.) sowie in geringerem Umfang:
  • die Mannäer und Skythen

 

Altpersisches Reich

  • Achämeniden (550 bis 330 v. Chr.)
  • Seleukiden (312 bis 164 v. Chr.)
  • Parther/Arsakiden (250 v. Chr. bis 224 n. Chr.) sowie für kurze Zeit
  • die Argeaden

 

Neupersisches Reich

  • Sassaniden (224 bis 651 n. Chr.)

 

Die Zeit nach Mohammeds Tod 632 und dem Eindringen muslimischer Araber

  • Umaiyaden (661 bis 750)
  • Abbasiden (748 bis 1258)
  • Saffariden (861 bis 1003)
  • Samaniden (819 bis 1005)
  • Siyariden (931 bis 1090)
  • Buyiden (932 bis 1062)
  • Ghaznawiden, Kakuyiden, Nasriden
  • Seldschuken (1038 bis 1194), gefolgt von zehn weiteren Herrscherfamilien, dann noch
  • die Timuriden (1380 bis 1507)

 

Neuzeit

  • Safawiden (1501 bis 1765)
  • Afschariden, die Zand-Dynastie
  • die Kadscharen (1794 bis 1925) und last, but not least
  • die Pahlavi-Dynastie (1925 bis 1979), auf die die
  • "Islamische Republik Iran" folgte (1979 bis heute ...)

Abgesehen von einer Jahrtausende alten Kulturgeschichte und deren zahlreichen Hinterlassenschaften in den Ausgrabungsstätten und Museen des Landes, entsteht doch der nicht weg zu diskutierende Eindruck, dass alles Handeln im Wesentlichen von einer Abfolge unablässig geführter militärischer Auseinandersetzungen bestimmt war.

Frei nach Bertold Brecht (*1898/°1956), der in seiner „Dreigroschenoper“ den Protagonisten Mackie Messer unter anderem sagen lässt: „… denn die einen stehn im Dunkeln und die andern stehn im Licht. Und man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht …“, sind die historischen Quellen weitestgehend geprägt von den Herrschenden, ihren Kriegen und ihren Niederlagen – von den Untertanen, dem Volk, ist nur wenig die Rede. Ein Umstand wie es scheint, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Genau genommen, bis heute!

Autor: Manfred Zorn

 

 

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