Wie „vergnügten“ sich die Scholaren?

Na ja, etwas pubertär, könnte man sagen. Studenten begannen das Studium häufig schon mit vierzehn Jahren. Also war „Rabatz machen“ das Stichwort. Vorzugsweise suchte sich der Adrenalinstau sein Ventil in Raufereien.

Eigentlich auch kein Wunder, denn (fast) alles war verboten – das Waffentragen, das „Einschleusen“ der holden Weiblichkeit (-> was bei Zuwiderhandlung den sofortigen Rausschmiss von der Uni zur Folge hatte), Glücksspiele, Bürger drangsalieren, zur Aufstockung ihres Budgets Handel treiben oder gar mit Underdogs (-> Bettlern, Schaustellern, Dirnen) herumzulungern.

Wenn es also die wirtschaftlichen Voraussetzungen zuließen, zogen die Studenten (-> Scholaren) – oft sogar gemeinsam mit ihren Dozenten – ausschweifend um die Häuser. Dabei lockte alles, was eigentlich verboten war. Es wurde getrunken, gerauft, geliebt, geprügelt und kurzweg alles zu Bruch gemacht, was nicht niet- und nagelfest war. Und, obwohl das Waffentragen strengstens untersagt war, saßen die Messer locker – Mord und Totschlag waren keineswegs unüblich.

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Geschichte; Heft 2/08 (Sailer Verlag Nürnberg)

 

 

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