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Ägyptische Religion und Mythologie: Fragen und Antworten

Ägyptische Mythologie? Gibt es so etwas überhaupt? Und wenn ja, wer waren die bedeutendsten Götterfiguren? Diese und andere Fragen möchten wir versuchen, in diesem Beitrag kurzgefasst zu beantworten.  

Zusammenspiel

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Mythologie und Religion?

Ja, in der Tat sind Religion und Mythologie eng miteinander verknüpft. Zugleich ist beides von einer außerordentlichen Wandelbarkeit der Gottheiten gekennzeichnet, deren vielfältige Erscheinungsformen keineswegs festgelegt sind. Gestalt, Sinn und Zweck der Aufgaben sowie der Name können sogar bei ein und derselben Gottheit verschieden sein. Also, partout nicht vergleichbar mit – zum Beispiel – der griechischen Mythologie.

Der Nil und die Sonne

Wie fast alle vorgeschichtlichen Völker, glaubten auch die Ägypter an die Gesetzmäßigkeiten der Natur. Jede Begebenheit und jegliches menschliche Tun und Lassen wurde in Abhängigkeit vom 'Good Will' der Götter gesehen. Der Rhythmus des Lebens entsprach sowohl dem Rhythmus des Nil, der mit seinen jährlich wiederkehrenden Überschwemmungen Frucht- oder Unfruchtbarkeit brachte, als auch der Sonne, die Pflanzen wachsen, aber auch vertrocknen lassen konnte.

Religion und Mythologie

Also prägten beide, der Nil und die Sonne, im Wesentlichen die Vorstellung der Menschen von Leben und Tod und damit die Basis ägyptischer Religion. Die Religion wiederum ist mit ihren Göttern gleichzeitig auch eng mit der ägyptischen Mythologie verknüpft.

Mythologie light

Alles in allem verfügt die ägyptische Mythologie – wie gesagt – nicht über einen ähnlich reichen Fundus, wie zum Beispiel die der Griechen. Die eine oder andere Geschichte stammt zudem sogar aus griechischen Quellen. Was daran liegen mag, dass die Ägypter erst vergleichsweise spät begonnen haben, die ihnen überlieferten Sagen, Legenden oder Erzählungen selbst aufzuschreiben.

Darüber hinaus – so heißt es – stellt das, was uns heute an ägyptischer Mythologie vorliegt, sozusagen lediglich ein Potpourri aus den unterschiedlichsten Gegenden und geschichtsrelevanten Perioden des antiken Ägypten dar – entspricht also, wenn man so will, keiner einheitlich auf ganz Ägypten bezogenen Struktur.

Hauptakteure

Wer waren Osiris, Isis, Seth und Nephtys?

Osiris, Isis, Seth und Nephtys sind die als zwei Zwillingspaare geborenen Kinder von Nut (Himmelsgöttin) und Geb (Gott der Erde).

Osiris, der Aufsteiger

Osiris arrivierte zum Gott der Erde, der Vegetation und der Toten. Er war verantwortlich für die jährliche Trockenheit aber auch – durch die Möglichkeit seiner Wiedergeburt (wie auch immer das funktioniert haben mag) – für die Nilüberschwemmungen. In Heliopolis (Sonnenstadt; ägypt. 'lunu'; heute ein Stadtteil Kairos) wurde er als große Bereicherung empfunden und anstandslos in den Kreis der dortigen Götter aufgenommen.

Im Laufe seines Wirkens in den Städten Memphis und Abydos in Oberägypten, wurde er schließlich zum Beschützer der Toten und der Nekropolen (Totenstädte/Begräbnisstätten). Skulpturen weisen ihn mit Krummstab und Geißel aus.

Was erzählt uns der Osiris-Mythos?

Es gab Ärger. Osiris und Seth hatten ein Problem. Es ging um Erbstreitigkeiten. Anlässlich der Verteilung einiger Ländereien des Vaters an seine beiden Söhne, kam es zum Streit zwischen den Brüdern. Von möglichen zwei oder drei Versionen dieser Geschichte berichtet eine, dass Seth der Meinung war, Osiris hätte das ergiebigere und ertragreichere Land bekommen. Da ihm das nicht gefiel, erschlug er Osiris kurzerhand.

Isis, Schwester und Gattin des Osiris, machte sich trauernd auf die Suche nach dem rüde ermordeten Lebensgefährten.

Als sie seine verstreuten Glieder schließlich gefunden hatte, sammelte sie diese auf und – mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Schwester Nephthys – fügte sie Osiris´ Körper wieder zusammen und hauchte ihm neues Leben ein.

Osiris und Isis sollen – der Legende nach – schon während der Schwangerschaft ihrer Mutter ineinander verliebt gewesen sein. Nephtys dagegen empfand eine abgrundtiefe Abneigung gegen ihren Zwillingsbruder Seth – was sie aber nicht daran gehindert hat, ihn später dennoch zu ehelichen.

Wer war Isis – und wie kam sie nach Ägypten?

Einer der diversen Überlieferungen nach (die altägyptische Mythologie/Religion ist von einer ungeheuren Wandelbarkeit der Gottheiten gekennzeichnet) soll die Göttin Isis nach dem Untergang des Inselstaates Atlantis nach Ägypten gekommen sein. Dort, in Ägypten, wollte Isis ihre Fertigkeiten als Heilerin weiterführen und ausbauen.

Isis war sowohl Schwester als auch Gemahlin des Osiris (der u.a. auch Gott der Toten war). Beider Sohn ist Horus, der in der ägyptischen Mythologie sowohl als Gott des Himmels, als auch der Könige, also der Pharaonen auftritt. Die, die Pharaonen, sahen sich nämlich als gottgleiche Verkörperung des Horus auf Erden.

Obwohl der Name Isis ursprünglich Thron bedeutet, nahm sie früh menschliche Gestalt an – was aber nichts daran ändert, dass sie trotzdem mit einem Herrscherthron auf dem Kopf dargestellt wird. Als Schutzgöttin verehrt, breitete sich ihr Kult über Ägyptens Grenzen hinweg aus.

Und, wer war Seth?

Seth, ursprünglich oberägyptischer Königsgott, also der Gute, war als Gott der Stürme und der Wüste überwiegend in Oberägypten tätig. Ins Zwielicht geriet er, als er irgendwann und irgendwie mit seinem Bruder Osiris, dem Vegetationsgott, über Kreuz zu liegen begann. Das war die Angelegenheit mit den bereits erwähnten Erbstreitigkeiten, in deren Verlauf es zum Mord an seinem Bruder kam.

Was er nicht hätte tun sollen. Denn fortan verkörperte Seth als Gott der Wüste das Böse. Woraufhin Seth in der ägyptischen Mythologie entweder als imaginäres Fabelwesen, oder als Mix aus Esel und Schwein dargestellt wird.

Welche Rolle spielte Nephtys in diesem Ensemble?

Wie auch mehrere andere Gottheiten, tritt Nephtys ('Herrin des Schlosses') fast ausschließlich paarweise mit ihrer Schwester Isis auf. Sie gilt sowohl als Geburts- als auch als Totengöttin, wird in Pyramidentexten aber auch als Göttin des Südens bezeichnet. Irgendwann und irgendwie mit Seth in kinderloser Ehe verbunden, stand Nephtys dennoch stets auf Seiten ihrer Schwester Isis und ihrem Bruder Osiris, dem sie letztlich Anubis, den Gott der Totenriten und Mumifizierung gebar.

Best of

Wer sind Atum, Shu, Tefenet, Geb, Nut – und Ptah?

Atum gilt in der ägyptischen Religion/Mythologie als Urgott, der sich aus dem 'Ur-Ozean' (dem 'Nun' = 'Chaos') selbst erschaffen haben soll.

Kinder und Enkel

Seine Kinder,

  • Shu (Gott der Luft) und
  • Tefenet (Göttin des Wassers und der Feuchtigkeit),

sind – nachdem sie eine menschliche Gestalt angenommen haben – im weitesten Sinne so etwas wie Adam und Eva aus der Bibel.

Shu und Tefenet zeugten

  • Geb, den Gott der Erde und
  • Nut, die Himmelsgöttin.

Ausnahme

In der Stadt Memphis war es dagegen anders. Dort hielt man den Gott Ptah für denjenigen, der immer schon da war und sämtliche Götter sowie alles auf der Welt erschaffen hatte.

Welche Bedeutung hatten die Götter Ra, Anubis, Hathor, Thoth und Selket?

In der so gut wie unüberschaubaren Götterwelt des Alten Ägypten (es sollen über 1500 sein), gelten die Genannten – neben einigen anderen – in der Mythologie als die Bekanntesten und Wichtigsten:

  • Ra (oder Re) war Sonnengott und galt als Schöpfer des Menschen,
  • der Schakalgott Anubis hatte die wenig erbauliche Aufgabe, Verstorbene in die Unterwelt zu geleiten,
  • die Sachgebiete der Göttin der Liebe, Hathor (visualisiert als Kuh), lagen dagegen auf den freundlicheren Schwerpunkten Glück, Tanz und Musik,
  • der von den Ägyptern als Pavian oder Ibis dargestellte Thoth, war der Gott des Mondes und
  • die Göttin Selket wachte in der Verkörperung eines Skorpions über die Lebenden und die Toten.
Was bedeutet 'Neunheit'?

Unter dem Begriff 'Neunheit' wird in der ägyptischen Mythologie die Gemeinschaft von neun Göttern verstanden.

Die bedeutendsten dieser 'Neunheiten' sind die Götter:

  • Atum
  • Shu
  • Tefenet
  • Nut
  • Geb
  • Osiris, Isis, Seth
  • Nephtys von Heliopolis (griechisch: 'Stadt der Sonne'), einer altägyptischen Stadt nahe dem heutigen Kairo.

Autor:

Quellen:

  • "Das Ägyptische Museum Kairo" (Offizieller Katalog/Verlag Philipp von Zabern, Mainz)
  • "Ägypten" (Polyglott Apa Guide)
  • "Ägypten" (Robin Fedden/Prestel Verlag, München)
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