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Dreißigjähriger Krieg: Fragen und Antworten

Was waren die Ursachen des Dreißigjährigen Krieges? Wer lag sich aus konfessionellen Gründen in den Haaren? Wer war Kaiser Matthias? Wo findet man in Wien die Kapuzinergruft? Was geschah im Zuge des (Zweiten) Prager Fenstersturzes? Wann und warum floh Kurfürst Friedrich V. von der Pfalzlagen in die Niederlande? Wer kämpfte in der Schlacht am Weißen Berge gegen wen? Wer wurde spöttisch "Winterkönig" genannt? Gegen wen kämpfte Wallenstein in der Schlacht an der Dessauer Brücke? Was wurde 1648 auf dem sogenannten Westfälischen Frieden beschlossen? Diese und einige andere Fragen möchten wir in diesem Beitrag beantworten.

Vorläufer

Initialzündung (1618)

Was war Ursache, was Wirkung des (Zweiten) Prager Fenstersturzes?

Ursache

Im Jahr 1617 wurde – auf Drängen Spaniens und der römisch-katholischen Kirche – der katholische Fanatiker Ferdinand von Steiermark (1578-1637) aus dem Hause Habsburg, König im überwiegend protestantischen Böhmen.

Matthias, lustloser Kaiser in Wien und König von Böhmen, verstarb im März 1619. Erst vierzehn Jahre später, 1633, fand er seine letzte Ruhe in der inzwischen fertiggestellten Kapuzinergruft.  

Glaubensfragen, böhmischer Nationalstolz und die Ablehnung Ferdinands, führten nicht nur zu weiteren Spannungen zwischen den österreichischen Herrschern und dem Volk, sondern eskalierten, als im Mai 1618 zwei kaiserlich-habsburgische Beamte eine Versammlung der Protestanten rigide auflösten, aber einen Tag darauf von einer aufgebrachten Meute samt Sekretär auf dem Hradschin (Prager Schloss) aus dem Fenster gestürzt wurden. Zwar ist ihnen nichts wesentlich Schlimmes passiert, aber der Fenstersturz wirkte wie ein Weckruf.

Wirkung

Die protestantischen Stände rebellierten (Böhmischer Ständeaufstand).

Ihr Vorwand: Kaiser Matthias (1557-1619) und der habsburgisch-böhmische König Ferdinand von Steiermark hätten den sogenannten "Majesttätsbrief" – mit dem den Protestanten 1609 von Kaiser Rudolf II. (1552-1612) Religionsfreiheit garantiert worden war – schlicht ignoriert.   

Jetzt bot der schofelige Akt des (Zweiten) Prager Fenstersturzes den böhmisch-protestantischen Ständen (Adel, Bürger, Bauern) Anlass genug, den böhmischen König Ferdinand gegen den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632) auszutauschen. Ferdinand wurde abgesetzt, und Friedrich V. – nun als Friedrich I. – König von Böhmen.

Dieser Königswechsel in Böhmen, rief umgehend die katholischen Staaten Deutschlands auf den Plan.

In der Schlacht am Weißen Berge nahe Prag, wurden die protestantischen Böhmen 1620 von den Truppen der Katholischen Liga unter Führung des Grafen Tilly (1559-1632) vernichtend geschlagen. Friedrich V. (I.) floh nach Holland. Ferdinand, seit 1619 als Ferdinand II. nun auch Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, kehrte zurück. Böhmen wurde wieder habsburgisch regiert.

Nach der Schlacht am Weißen Berge weitete sich der Krieg aus. Frankreich, die Niederlande und Schweden wandten sich gegen die Habsburger. Der Dreißigjährige Krieg hatte begonnen.

Kampfhandlungen

Genug ist genug

Was führte allmählich zum Ende des Dreißigjährigen Krieges?

Im Februar 1637 war der frömmelnde, privat aber durchaus auch froh gelaunte und leidenschaftliche Jäger, Kaiser Ferdinand II., verstorben. Die Nachfolge in einem in weiten Teilen katastrophal zerstörten und kriegsmüden Reich, übernahm sein Sohn Ferdinand III. (1608-1657).

1639 schloss sich Ferdinand III., der ohnehin keine Neigung zu einer, wie auch immer verlaufenden Fortsetzung des Krieges verspürte, der Idee des Mainzer Erzbischof an, der in Frankfurt einen Kurfürstentag zwecks Friedensüberlegungen anstrebte. Statt in Frankfurt, wurde der Kurfürstentag dann Anfang 1640 in Nürnberg durchgeführt. Ende 1641 einigten sich Ferdinand III., Frankreich und Schweden auf den Start dringend notweniger Friedensgespräche, die 1644 in Osnabrück mit den Schweden und in Münster mit den Franzosen tatsächlich ihren konkreten Anfang nahmen.

Westfälischer Friede (1648)

Was war das Ergebnis des Westfälischen Friedens?

Die gut vier, fünf Jahre währenden Verhandlungen zwischen dem römisch-deutschen Kaiser, den deutschen Fürsten und Städten, Frankreich, Schweden, den Niederlanden und Spanien gestalteten sich – in ihrer ermüdenden Ausführlichkeit – nicht nur schwierig und kompliziert, sondern, wie es heißt, für die Teilnehmer auch psychisch und physisch erschöpfend.

Endlich, zwischen Mai und Oktober 1648, beendeten eine Serie von Friedensverträgen den Dreißigjährigen Krieg. Beschlossen wurden unter anderem:

  • die Wiederherstellung und Ausweitung der im Augsburger Religionsfrieden festgelegten Resolutionen,
  • Schweden wurden Vorpommern mit Stettin und der Odermündung, Wismar und die Herzogtümer Bremen und Verden zugesprochen,
  • Frankreich erhielt die österreichischen Hoheitsrechte im Elsass, das Besatzungsrecht in Philippsburg, die Entmilitarisierung des Oberrheins und die Besitzbestätigung in Toul, Metz und Verdun,
  • Brandenburg wurde mit Hinterpommern, Kammin, Halberstadt, Minden sowie der Aussicht auf Magdeburg abgefunden,
  • Bayern behielt die Kurwürde und die Oberpfalz,
  • Rheinpfalz erhielt die achte Kurwürde und die
  • Niederlande und die Schweiz wurden als unabhängig anerkannt und gehörten nicht mehr dem Reich an.

Auswirkung

Was waren die Folgen des Krieges?

Dreißig Jahre Krieg hatten zum einen unermessliches Leid und Tragik über das Land gebracht. Ausgedrückt beispielsweise durch:

  • Seuchen,
  • Verwüstungen,
  • Hungersnöte und eine
  • Verarmung der Bauern und Bürger.

Zum anderen wurde

  • die Machtstellung der Habsburger irreparabel beschädigt und
  • das Reich, bedingt durch die Selbständigkeit immer mehr kleinerer Staaten (Föderalismus), geschwächt –

was in der Folgezeit dem französischen König Ludwig XIV. (1643-1715) in die Hände spielte. Mit ihm begann Frankreich, langsam aber stetig, eine Vormachtstellung in Europa zu erlangen.

Quellen:

  • "Auszug aus der Geschichte" (Dr. Karl Ploetz/A.G. Ploetz-Verlag)
  • "Der Dreißigjährige Krieg" (Dietmar Pieper, Johannes Saltzwedel, Hg./Goldmann: Spiegel Buchverlag)
  • "Wallenstein" (Golo Mann/S. Fischer Verlag Frankfurt a.M.)
  • "Deutsche Geschichte: Bd. 3" (Heinrich Pleticha, Hg./Bertelsmann Lexikon Verlag)
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